SVA Rollis -
Vom: 12.07.2013
Mit dem Rolli auf Korbjagd
Quelle: Moin Moin Ausgabe 27/2013

Mit dem »Rolli« auf Korbjagd
Rollstuhlsportgruppe des SV Adelby

Flensburg (lip) – Gekonnt dribbelt Oliver Jantz mit dem Ball durch die gegnerischen Reihen, um dann den Ball mit einem gezielten Wurf im Korb zu versenken. Klingt wie ein ganz normales Basketballspiel, mit dem kleinen aber feinen Unterschied, dass Oliver und seine Mitspieler die ganze Zeit über im Rollstuhl sitzen. Der 15-Jährige Schüler spielt in der erfolgreichen Rollstuhlsportgruppe des SV Adelby (SVA), die erst kürzlich Meister der Oberliga Nord geworden. »Damit haben wir den Aufstieg in die Regionalliga geschafft«, freuen sich nicht nur Spartenleiter Lars Vogt und Trainer Florian Schwanewilms über den großartigen Erfolg. Auch Oliver, der bereits zum deutschen Nachwuchskader gehört, kann nur davon profitieren, wenn die Rollstuhlbasketballer des SV Adelby künftig in der dritthöchsten Spielklasse auf Korbjagd gehen. »Ich war am Wochenende zum Stützpunkttraining in Heidelberg, jetzt habe ich überall Muskelkater«, erzählt der Schüler, der von Geburt an gehandicapt ist. Neben Basketball interessiert er sich auch für Fußball und Formel 1.

Auch die 16-Jährige Rebecca Lieb sitzt von Geburt an im Rollstuhl und ist ein ähnlich großes Talent wie Oliver. »Als ich gelernt hatte mit dem Rollstuhl umzugehen, habe ich angefangen Basketball zu üben«, berichtet Rebecca. Bei den »Minis« des SV Adelby hat sie angefangen und wurde dort von Jugendtrainer Jörg Karstens entdeckt. Mittlerweile hat Rebecca es bis in die U 25 -Nationalmannschaft geschafft. Trotz des Altersunterschieds – zur Zeit reicht die Spanne von 15 bis 54 Jahren – fühlen sich die beiden Youngster in der Mannschaft wohl.

»Bei uns kann jeder mitmachen«, betont Lars Vogt. So gehören seit der Gründung der Rollstuhlsportgruppe im SVA 1986 auch »Fußgänger« zum Team und spielen wie selbstverständlich im Rollstuhl mit. Mit einer Hand vorwärtsfahren, rückwärtsfahren und gleichzeitig den Ball dribbeln, das will gelernt sein. »Man kriegt den Ball in die Hand und fährt erst mal gegen die Wand«, schildert ein Spieler seine Erfahrungen. Aber wenn man die Technik raushat, macht es einen Heidenspaß, in den wendigen Spezial-Rollstühlen übers Feld zu jagen.

Damit auch Nichtbehinderte bei den »Rollis« mitmachen können, wurden – auch mit Hilfe von Sponsoren wie »Schütt & Jahn« und einem eigens gegründeten Förderkreis – extra Sportrollstühle angeschafft. »Denn das Thema Inklusion ist uns ganz wichtig«, betont Vogt. Fußgänger dürfen sogar am Ligaspielbetrieb teilnehmen, allerdings schafft ein spezielles Klassifizierungssystem der Spieler einen Ausgleich zwischen Menschen mit unterschiedlich starker Behinderung. So darf eine Mannschaft, die aus fünf Feldspielern und bis zu sieben Ersatzspielern besteht, nicht mehr als 14,5 Punkte auf dem Feld haben. Jeder Fußgänger zählt 4,5 Punkte, während 1-Punkte-Spieler die Beine nicht bewegen können und nur geringe oder gar keine Rumpfkontrolle ausüben können.

Wer Rollstuhlbasketball gerne selber einmal ausprobieren möchte, kann beim Training immer Mittwochs von 18- 20 Uhr in der Hannah-Arendt-Schule vorbeischauen. Die Kinder- und Jugendgruppe trainiert Mittwochs von 16-18 Uhr in der Halle der Realschule West. Weitere Infos bei Spartenleiter Lars Vogt, Tel. 04646 990304 oder Jugendtrainer Jörg Karstens 04623 9151, der gerne noch eine Kindergruppe ab 9-10 Jahren ins Leben rufen möchte, sowie im Internet unter www. rollstuhlsport-flensburg.de
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